Grenzen im Denken? Nicht bei Roland Ullmann: Der selbständige Berater im Bereich Energieeffizienz und smarte Gebäude hat schon Grosskunden im In- und Ausland bei Projekten zur Betriebsoptimierung und Standardisierung unterstützt. Er schaut, dass der SmartGridready-Gedanke nicht an der Landesgrenze endet. 
Weshalb und wie engagierst Du dich bei SmartGridready?
Ich bin überzeugt, dass Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von elektrischer Energie miteinander kommunizieren müssen, um ein intelligentes Gesamtsystem zu bilden. Eigenverbrauch und Lastmanagement sind dabei aus meiner Sicht die beiden wichtigsten Schlagworte.
Welches ist aus Deiner Sicht die grösste Herausforderung der Schweizer Stromzukunft? Wie kann SmartGridready bei der Bewältigung helfen?
Jede Organisation bemüht sich, eigene Rezepte für ihren Betrieb zu finden. Das erschwert zügiges Vorwärtskommen in der Erprobung und Verbreitung von Lösungen. Leider bezieht sich das auch auf die internationale Zusammenarbeit. Der Gedanke vom Verlust an ein wenig Freiheit überstrahlt den Willen, gemeinsam an soliden Lösungen zu arbeiten und davon zu profitieren. Schweizer Unternehmen der Energiebranche beteiligen sich – wenn überhaupt – nur sehr zögerlich an internationalen Projekt- und Interessengruppen. SmartGridready macht hier einen Schritt und hilft, Grenzen zu überwinden.
Warum ist SmartGridready aus Deiner Sicht relevant?
SmartGridready bringt unterschiedliche Stakeholder ohne Bias zusammen und adressiert Probleme direkt. Das heisst nicht, dass damit alle Probleme gelöst sind. Die meisten Produkthersteller auf der Verbraucherseite, der Verteilung und der Erzeugung sind international tätige Firmen. Das schmälert das Interesse – insbesondere der grossen Firmen – an SmartGridready-Deliverables. In ihrem Portfolio ist die Schweiz ein zu wenig interessanter Posten.
Welchen Mehrwert haben VNB, Produktehersteller und Immobilienbesitzer von einer Mitgliedschaft bei SmartGridready?
VNB und Gebäudebesitzer profitieren, weil der Schweizer Markt für viele «der Markt» ist und sie diesen ein Stück weit mitgestalten können. Bei den Produktherstellern ist das etwas anders: Immer weniger grosse Firmen leisten sich ein Produktportfolio, das auf die Schweiz zugeschnitten ist. Sie profitieren, weil sie Erkenntnisse gewinnen, die ihnen in Zukunft in den grossen Märkten helfen werden.

