Mehr Drive: Krispin Romang von Swiss eMobility verstärkt neu den Vorstand von SmartGridready.
Krispin Romang ist Direktor unseres Kooperationspartners Swiss eMobility. Er ergänzt den Vorstand von SmartGridready mit seiner Kompetenz im Bereich der Elektromobilität. Wir sind überzeugt, dass diese einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet. Weil sie die Mobilität sauberer macht – und weil sie im Stromsystem eine wichtige Rolle zur Netzstabilität leistet. Elektroautos sind wertvolle dezentrale Flexibilitäten, sofern sie intelligent in das Gesamtsystem eingebunden werden. Dass dies in Zukunft selbstverständlich wird und mit überschaubarem Aufwand gelingt, braucht es Standards. Und an diesen arbeiten wir gemeinsam mit Krispin und Swiss eMobility. Willkommen im Vorstand!
Krispin, weshalb und wie engagierst Du dich bei SmartGridready?
Ich engagiere mich bei Swiss eMobility seit über einem Jahrzehnt für die Elektrifizierung der Mobilität. Die Energiewende ist das Apollo-Projekt unserer Generation und die Elektromobilität spielt darin eine zentrale Rolle.
Mein Engagement zielt darauf ab, die Perspektive der Elektromobilität sowie der dezentralen Energieanwendungen einzubringen. Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Gebäude werden künftig integrale Bestandteile des Energiesystems sein. Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, braucht es standardisierte Schnittstellen und klare Regeln. Dafür steht SmartGridready: Der Verein schafft die technischen und organisatorischen Grundlagen, um Flexibilitäten im System nutzbar zu machen. Genau hier möchte ich mitwirken.
Welches ist aus Deiner Sicht die grösste Herausforderung der Schweizer Stromzukunft? Wie kann SmartGridready bei der Bewältigung helfen?
Die grösste Herausforderung ist die Gleichzeitigkeit von Elektrifizierung und Dezentralisierung. Wir ersetzen fossile Energie durch Strom und verlagern damit enorme Energiemengen ins Elektrizitätssystem, während die Produktion gleichzeitig volatiler und dezentraler wird. Dafür braucht es Speicher, idealerweise auch Elektroautobatterien, sowie ein intelligentes System mit nahtloser Kommunikation zwischen allen Komponenten.
Der Netzausbau allein wird diese Entwicklung weder technisch noch wirtschaftlich bewältigen. Entscheidend ist, Flexibilität systematisch zu nutzen und Lösungen zu schaffen, die breit verständlich und einfach umsetzbar sind.
SmartGridready trägt dazu bei, indem es Interoperabilität sicherstellt. Wenn Wärmepumpen, Speicher, Ladestationen und Photovoltaikanlagen standardisiert mit Netzbetreibern kommunizieren, wird aus einer potenziellen Überlastung eine steuerbare Ressource.
Warum ist SmartGridready aus Deiner Sicht relevant?
Weil Interoperabilität kein Nice-to-have ist, sondern eine Systemvoraussetzung. Ohne sie steigen Komplexität und Kosten exponentiell. SmartGridready schafft Transparenz und Vergleichbarkeit. Das ist insbesondere für kleinere Marktakteure wichtig, die nicht über eigene Integrationsabteilungen verfügen. Das Label wird damit zu einem Orientierungsinstrument im Markt.
Welchen Mehrwert haben VNB, Produktehersteller und Immobilienbesitzer von einer Mitgliedschaft bei SmartGridready?
VNB gewinnen Planungssicherheit und ein Instrument, um eine netzdienliche Steuerung umzusetzen. Hersteller erhalten eine klare technische Roadmap und erhöhen mit einer Zertifizierung ihre Wettbewerbsfähigkeit. Und Immobilienbesitzer profitieren von zukunftssicheren Investitionen, geringeren Betriebskosten durch optimierte Laststeuerung und von einer höheren Werthaltigkeit ihrer Gebäude.
Kurz gesagt: SmartGridready schafft ein gemeinsames Fundament für ein flexibles, stabiles und wirtschaftliches Energiesystem.

